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Kundl: Neue Volksschule mit Dreifach-Sporthalle!

Dienstag, 03 Oktober 2017
Freigegeben in Lokales
Die Kundler Volksschule wurde in den 1960igern gebaut und ist nicht mehr auf dem neuesten Stand. Grund genug, dass die Gemeinde-Führung nun einer neuen Volksschule zugestimmt hat – mit Dreifach-Sporthalle. Gesamtkosten: 35 Millionen EURO!

Kundl - "Ich bin davon überzeugt, dass unsere neue Kundler Volksschule alle künftigen Anforderungen bestmöglich erfüllen wird", zitiert die Kundler Gemeindezeitung Bgm. Anton Hoflacher (TEAM ANTON HOFLACHER). In der Juli-Ausgabe wurde der Neubau der Volksschule bestätigt. Die Abstimmungen sowohl in der Jury als auch im Gemeinderat waren einstimmig.

Baubeginn: Frühjahr 2019

Das Gebäude wird auf dem derzeitigen Schul-Sportplatz errichtet. Baubeginn ist im Frühjahr 2019, wobei der Aushub der Baugrube bereits im Spätherbst 2018 starten soll. In der Gemeindezeitung gibt sich Bgm. Hoflacher sehr zuversichtlich, dass der Bau bis 2020 abgeschlossen ist. Das Projekt der Architekten-Arbeitsgemeinschaft "Scharfetter-Rier-Ramoni" aus Innsbruck sieht vor, dass die Volksschule in kein Containerdorf umziehen muss. Ein Umbau der bestehenden Volksschule wäre nicht möglich gewesen: "Bei einem Umbau des in den 50iger Jahren errichteten Baukörpers wären zu viele bauliche und räumliche Kompromisse erforderlich gewesen", erklärt der Bürgermeister in der Gemeindezeitung. "Im Neubau können jetzt die aktuellen pädagogischen Konzepte optimal umgesetzt werden", sagt Hoflacher. Der Schulbetrieb kann während der Bauarbeiten weiterhin in der "alten" Volksschule stattfinden - es ist kein Containerdorf nötig.

Unterirdische Turnhalle

Unter der Schule wird eine Dreifach-Sporthalle errichtet. "Damit erfüllen wir einen Wunsch der Schulen und der Vereine", sagt der Bürgermeister. Diese komplett unterirdische Sporthalle kann durch zwei flexible Wände abgetrennt werden. So entstehen drei selbstständige Hallen, die einzeln genutzt werden können. Die Abmessungen dieser Sporthalle sind so gewählt, dass sogar internationale Hallenturniere dort stattfinden können. Neben dem Neubau der Schule wird auch gleichzeitig die Kundler Tiefgarage ausgebaut und saniert, im Gemeindesaal ein Künstler-Backstage-Bereich eingerichtet und neue Räume für die Neue Mittelschule und für die Musikschule Kundl errichtet. Die Gesamtkosten belaufen sich auf vom Bürgermeister geschätzte 35 Millionen EURO. (mk)
KUNDL Mit dem Haus der Musik, dem Gemeindeamt und der Neuen Mittelschule wurden heuer gleich drei gemeindeeigene Gebäude in Kundl mit umweltfreundlichen Photovoltaik-Anlagen zur Stromerzeugung ausgestattet. Die Planung und Ausführung erfolgte durch die Stadtwerke Wörgl, die interne Abwicklung erfolgte über die Kundler Fernwärmegesellschaft.
Die gewählten Modelle zählen zu den Überschussanlagen, d.h. nicht der Gesamtertrag wird in das Stromnetz der TIWAG eingespeist, sondern nur der Überschuss nach dem Eigenverbrauch der öffentlichen Gebäude.
Vor der Errichtung wurde daher jedes Gebäude ausführlich begutachtet, wobei auf eine möglichst hohe Eigenverbrauchsquote geachtet wurde. Gebäude, die tagsüber einen hohen Stromverbrauch aufweisen, sind besonders geeignet für PV-Anlagen, die den Strom untertags erzeugen und so den Bedarf des Gebäudes decken können. Nach Erhebung des Stromverbrauchs – bei der Neuen Mittelschule wurden in Bezug auf die Rentabilität auch die eigenverbrauchsschwächeren Sommermonate berücksichtigt – wurde die Stärke der PV-Anlagen für den jeweiligen Strombedarf der Gebäude optimiert.
Die Stadtwerke Wörgl haben als Generalunternehmer für eine rasche und professionelle Umsetzung gesorgt. Das Haus der Musik erreicht nun 41,5 Kilowatt Peak, die Neue Mittelschule 35,5 und das Gemeindeamt 11,75 Kilowatt Peak. Das entspricht einem Jahresstromverbrauch von 20 Haushalten. Die Anlagen sind bereits errichtet und werden demnächst an das Netz angeschlossen.

Kundl: Mag. Alexander Lindner kandidiert

Montag, 27 April 2015
Freigegeben in Politik
Im Kundler Gemeinderat hat die ÖVP die Mehrheit. Trotzdem regiert mit Bgm. Anton Hoflacher ein Sozialdemokrat. Die Kundler ÖVPler schließen sich nun zusammen und schicken Mag. Alexander Lindner als Bürgermeister-Kandidaten ins Rennen.

KUNDL (cm) „Ich kandidiere!“, sagt Mag. Alexander Lindner und informiert damit den ROFAN-KURIER als erstes Medium offiziell über sein Antreten um das Bürgermeisteramt im Februar 2016.  
Lindner ist Betriebswirt. Er ist Baujahr 1969, verheiratet und Vater von drei Kindern. Und er ist in Kundl kein Unbekannter. Bereits Ende der 90er Jahre war Lindner im Gemeinderat, hatte seine Funktion dann aber aufgrund seines Berufs als Wirtschafts-Berater, der ihm auch viele Auslands-Aufenthalte bescherte, zurückgelegt.
Seit 2011 ist er Geschäftsleiter der RAIKA Kundl. Mag. Lindner ist Spross der Traktoren-Familie Lindner und Sohn von Rudolf Lindner. Seine beiden Brüder sind in der Traktoren-Firma tätig.
Auf die Frage, was er sich denn für Kundl wünscht, sagt Lindner: „Kundl muss sich weiterentwickeln. Wir reagieren seit Jahren immer nur auf den aktuellen Bedarf. Aber das ist mir zu konzeptlos. Ich denke auch, dass das Sozialzentrum am falschen Standort errichtet wurde. Das ist für mich eine halbe Lösung.“
Mag. Lindner kritisiert in diesem Zusammenhang die Kindergarten-Erweiterung.
Kritik an Kindergarten-Erweiterung zum Wahlkampf-Auftakt

„Hier werden einfach 5,5 Millionen EURO für die Erweiterung von unserem Kindergarten veranschlagt. Das ist für diese Baumaßnahmen viel zu teuer! Ich erwarte mir hier noch Gespräche.“ Man könne sich das Geldausgeben in dieser Dimension nur leisten, weil es der Gemeinde finanziell gut gehe. Trotzdem möchte er hier einen bedachteren Kurs einschlagen.
Amts-Inhaber Bgm. Hoflacher habe darüber hinaus kaum eigene Kompetenzen, die Gemeindeführung laufe momentan hauptsächlich über das Amt, merkt Lindner noch an...

Kundl/Radfeld „Hochwasser-Sündenbock“

Montag, 01 Dezember 2014
Freigegeben in Tirol-Nachrichten
Hochwasser-Schutz wird im Tiroler Unterland groß geschrieben. Dennoch wollen sich Kundler und Radfelder nicht noch mehr Retensions-Flächen „aufdrücken“ lassen. Die Gemeinden wollen nicht alleine für die Wassermassen verantwortlich sein.

KUNDL/RADFELD (lias) Nach dem Hochwasser im Jahr 2005 ist der Hochwasser-Schutz ein großes Thema in Tirol. Zum jetztigen Zeitpunkt stellen Kundl und Radfeld gemeinsam 319 ha an Retensions-Flächen. Das entspricht 60% der bisher ausgewiesenen Retensions-Flächen im Unterland.
Durch den Dammbau in der Nachbar-Gemeinde Wörgl würde der dortige Überflutungsbereich komplett wegfallen. Diese Wassermengen würden zusätzlich auf die Gemeinden Kundl und Radfeld verlagert werden, befürchtet man dort. Laut Gefahrenplan 2013 immerhin etwa fünf Millionen m3.

Kundl und Radfeld wollen nicht allein die Last tragen

Vize-Bürgermeister Michael Dessl spricht sich aber nicht gegen den Damm aus: „In erster Linie muss die Bevölkerung vor Hochwasser geschützt werden, deshalb ist ein Damm mehr als sinnvoll. Trotzdem sollten nicht nur die Gemeinden Kundl und Radfeld die überschüssigen Wassermengen aufnehmen müssen!“ Denn sonst müssten Kundl und Radfeld noch mehr Flächen für Überflutungen zu Verfügung stellen. „Das entspricht aber nicht dem  Gleichheits-Grundsatz“, erklärt Bürgermeister Anton Hoflacher, „und wir sind nicht bereit das alles alleine ‚auszubaden‘, das ist absolut inaktzeptabel!“
LHStv Josef Geisler (ÖVP) zur Problematik im ROFAN-KURIER-Interview: „Die Sorgen der Gemeinden Kundl und Radfeld sind uns durchaus bewusst. Jede Gemeinde wird vom Hochwasserschutz profitieren – jedoch in unterschiedlichem Ausmaß. Um einen bestmöglichen Ausgleich unter den betroffenen Gemeinden ... zu erzielen, ist es notwendig, dass diese – wie generell üblich –  einen Wasserverband gründen.“
Laut Dessel zeige sich im aktuellen Inn-Gefahrenzonenplan, dass in den letzten Jahrzehnten viele Retensionsflächen versiegelt worden sind, die im Falle eines Hochwassers unentbehrlich wären. So auch in Wörgl. „Sollte es wirklich dazu kommen, dass überschüssiges Wasser in Richtung Kundl und Radfeld aktiv umgeleitet werden muss, führt dies zu immensen wirtschaftlichen Einschränkung“, sagt Dessl.
Josef Geisler sieht diesen Umstand aus einem anderen Blickwinkel: „Die letzte Abflussuntersuchung aus dem Jahr 2002 zeigte im Bereich Wörgl eine geringere Gefährdung. Infolge des Hochwassers im Jahr 2005 wurde der Wert für ein hundertjähriges Hochwasser (HQ 100) neu bemessen. Die Ergebnisse liegen seit 2009 vor. Mittlerweile verbaute Gebiete liegen nunmehr in der roten Zone.“ Das bedeutet, dass die bebauten Flächen erst im Nachhinein als rote Zonen ausgewiesen wurden.

Kontakaufnahme ignoriert?

Schon im November 2013 schrieb die Gemeinde Kundl eine Stellung nahme zum „Gefahrenzonenplan Inn“ und die betroffenen Gebiete an das Land Tirol. Bis jetzt gab es laut Bgm. Hoflacher keinerlei Rückmeldung.
Die Stellungnahme sei keinesfalls ignoriert worden, meint dazu LHStv Josef Geisler: „Alle Stellungnahmen werden gemeinsam im Zuge der so genannten ‚Örtlichen Prüfung‘  des Gefahrenzonenplans behandelt. Vor dieser Prüfung durch eine vom Bundesministerium für ... Wasserwirtschaft eingesetzte Kommission können einzelne Stellungnahmen nicht beantwortet werden.“
Vize-Bgm. Dessl betont trotz all den Unstimmigkeiten: „Dieses Thema soll nicht emotional diskutiert werden, aber so kann es nicht funktionieren! Jetzt ist das Land Tirol am Zug, einerseits den bestmöglichen Schutz zu gewährleisten - dafür ist der Wörgler Damm dringend notwendig - und anderererseits einen bestmöglichen Retentionsflächen-Ausgleich zu schaffen! Es bedarf eines fairen Modells, das nicht nur zu Lasten der Gemeinden Kundl und Radfeld geht!“

Sozial-Zentrum Kundl: Bau genau im Zeitplan

Mittwoch, 01 Oktober 2014
Freigegeben in Lokales
Der Bau für das Sozialzentrum wurde im Juli 2013 begonnen und wird im Frühsommer 2015 unter dem Namen „Miteinond Sozialzentrum Kundl-Breitenbach“ feritiggestellt.

KUNDL/BREITENBACH Damit setzen die Gemeinden Kundl und Breitenbach – nach dem gemeinsamen Kompostierplatz, der sehr guten Zusammenarbeit im Gesundheits- und Sozialsprengel, der seit Jahren gut funktionierenden Kleinkinderbetreuung und dem erst im Jahr 2010 eröffneten, modernen und sehr funktionsfähigen Recyclinghof – das nunmehr fünfte gemeindeübergreifende Projekt um!
Für das bisher größte und teuerste Projekt wurde ein Gemeindeverband gegründet. In diesem modernen Objekt im Zentrum werden 54 Betten in 54 Zimmern, zwei Kurzzeitpflegebetten und zehn Tagesbetreuungsplätze geschaffen sowie entsprechende Räumlichkeiten für den Gesundheits- und Sozialsprengel und ein von ansässigen Ärzten betreutes Therapiezentrum untergebracht.
Das Gebäude, das von der Tiroler Gemeinnützigen Siedlungs-GmbH TIGEWOSI errichtet wurde, umfasst drei Geschosse und eine Tiefgarage, welche zum größeren Teil vom Gemeindeverband und zum kleineren Teil von der Gemeinde Kundl genutzt wird.
Die Organisation und Struktur des Heimes Kundl-Breitenbach ist auf das „Wohnstubenmodell“ ausgerichtet, das insbesondere auch demenzkranken Bewohnern sehr entgegen kommt. Zur Entlastung pflegender Angehöriger wird im Sozialzentrum ebenfalls eine vom Gesundheits- und Sozialsprengel geführte Tagesbetreuung angeboten.
Die Kosten belaufen sich auf  12,5 Mio. EURO netto und werden von den Gemeinden Kundl und Breitenbach im Verhältnis 60:40 finanziert.


SC Kundl baut neues Vereinsheim

Mittwoch, 03 Juli 2013
Freigegeben in Sport
Noch dieses Jahr wird der SC Kundl ein neues Vereinsheim mit vier Groß-Kabinen bauen. Das 1 Mio.-EURO-Projekt wird von der Gemeinde Kundl subventioniert.

KUNDL (aw) 1946 gegründet, ist der SC Kundl einer der mitgliederstärksten Fußall-Vereine der Region. Über alle Spielklassen hinweg sind derzeit 220 Fußballer beim Kundler Verein aktiv. Nun bekommen diese Sportler auch ihr passendes Umfeld: Der SC baut nämlich ein neues Vereinsheim!

Vier Groß-Kabinen!

„Der Altbestand ist 50 Jahre alt. Es gibt keine Heizung und nur drei Kabinen“, schildert SC-Obmann Hans Feiersinger. Mit dem Neubau können sich die Kundler auf vier Groß-Kabinen (teilbar auf sechs) freuen!
Wie in Tirol üblich, wird der rund 1 Mio. EURO teure Neubau von der Gemeinde Kundl subventioniert. Die Arbeit wird zur Gänze von den Mitgliedern des SC übernommen. „Wir Vorstands-Mitglieder nehmen uns alle zwei Wochen Urlaub“, erklärt Feiersinger.
Die Überlegung, den Kundler Sportplatz nicht gleich zur Fußball-Arena auszubauen, rührt auch aus einem Spar-Gedanken heraus. „Für eine Arena müsste die Gemeinde gleich wieder zwei Mitarbeiter anstellen. Im kleineren Rahmen können die anfallenden Arbeiten vom Verein erledigt werden“, ist Bgm. Hoflacher überzeugt.
Die ÖBB präsentierte im Gemeindesaal kürzlich das Projekt zum Gleisanschluss für die Firma Pfeifer und stellte sich dazu den kritischen Fragen der Kundler Bevölkerung.

KUNDL (aw) Im März luden die ÖBB in den Kundler Gemeindesaal, um den Bürgern das Projekt zum Gleisanschluss für die Holzfirma Pfeifer vorzustellen.

15 Millionen-EURO-Gleis

Die Verantwortlichen führten den 1,2 km langen Gleis-Bau mit einer Visualiserung vor Augen und nannten dabei die wichtigsten Fakten: Das 15-Millionen-Projekt wird eine Bauzeit von ewa anderthalb Jahren in Anspruch nehmen und auf einer Gesamtfläche von 17.000 m2 entstehen. Dazu laufen derzeit die Verhandlungen mit den Grundeigentümern. Sollte es diesbezüglich kein Vorankommen geben, sind Grund-Enteignungen denkbar.

Einsparung von 20.000 LKW-Fahrten pro Jahr

Der oft kritisierte, bis zu sieben Meter hohe Damm wird laut ÖBB-Projektleiter Günter Oberhauser dank Bepflanzung völlig in der Landschaft verschwinden. Die Bundesstraße soll bis zu 1,5 m gesenkt werden – über ihr entsteht dann eine 54 m lange Brücke.
Günther Jaritz von Holz Pfeifer nannte die Absicherung der Rohstoffversorgung als wichtiges Argument für das Anschlussgleis: „In Europa ist das absolut üblicih“, sagt Jaritz. Vergangenes Jahr kamen 35% der Holz-Lieferungen per Bahn. Die Umladung erfolgt aktuell an der ROLA-Station in Wörgl.
Auch ökologische Vorteile nannte Jaritz und begründete dies mit einer Einsparung von 20.000 LKW-Fahrten pro Jahr und einer CO2-Einsparung von 3.500 Tonnen. „Wir können den Verkehr auf der Bundesstraße nicht wesentlich beeinflussen, aber wir machen einen ersten Schritt“, bemerkte Projektleiter Oberhauser.
Bei der Kundler Bevölkerung stellte sich die Frage, ob der Verkehr tatsächlich weniger wird, wenn das Gewerbegebiet stetig wächst.

Angst vor Müllverbrennungsanlage

Außerdem  wurden Bedenken bezüglich einer Müllverbrennungsanlage am Ende des Pfeifer-Anschlussgleises geäußert.
Jaritz wies dies klar zurück und bekam Rückendeckung von Bgm. Anton Hoflacher: „Eine Müllverbrennungsanlage war bei uns nie ein Thema und wird es auch nie sein“, betont der Kundler Gemeindechef.
Kritiker zeigten auch die Nähe zum Naturschutzgebiet „Söller Wiesen“ als Problematik auf. Oberhauser dazu: „Wir halten den nötigen Abstand ein und haben diesen Punkt schon mit der BH geregelt.“

Das Kamel passt doch durch´s Nadelöhr

Montag, 02 Juli 2012
Freigegeben in Politik

Die „Söller Wiesn" in Kundl sind der Beweis: Das Kamel passt doch durch´s Nadelöhr. Jahrelang bemühte sich der Kundler Unternehmer Josef Unterer, ein von ihm gekauftes Grundstück trotz Schutz-Status nutzen zu können. Nachdem er nun alle Auflagen erfüllt hat, ist er offenbar am Ziel. Noch kann die Bevölkerung Einspruch erheben.

KUNDL (cm) Seit Jahren bemüht sich in Kundl der Unternehmer Josef Unterer darum, endlich ein von ihm gekauftes Grundstück auch wirtschaftlich als LKW-Parkplatz nutzen zu können. Sein Pech: Das etwa 10.000 m2 große Grundstück ist Teil des Schutzgebietes „Söller Wiesn". Ein Grundstück, das zu einem Schutzgebiet gehört, muss eigentlich genau so bleiben, wie es ist. Doch die Firma Unterer hat die 10.000 m2 Fläche nicht für Frösche, Bienen oder Gräser gekauft. Hier geht es um wirtschaftliche Interessen. 2001/2002 hat die Firma ein Schlupfloch gefunden: Offenbar darf man auch im Freilandbereich zumindest auf einem Teil einer Fläche eine Schotter-Schüttung machen und diese als Parkplatz nutzen. Das wurde auch gemacht: Etwa 1/3 der Fläche werden seither genutzt. Als die Bezirkshauptmannschaft als 1. Instanz jedoch auch bis 2005 noch hart blieb und einer generellen Nutzung eine Abfuhr erteilte, stellte Unterer den Antrag, man möge ihm doch seitens der Gemeinde 11.000 m2 Gewerbeflächen in der Nähe der Fa. Höck verkaufen, damit er sich dort weiterentwickeln könne. Die Teilung des Firmengeländes oder eine Verlagerung schien aber nicht zielführend. So blieb das Gelände bei der Fa. Höck ungenutzt.

Parallel dazu hat Unterer, wie zu erfahren war, den Antrag auf Nutzung seiner Teilfläche der „Söller Wiesn" weiterbetrieben. Und siehe da: In zweiter Instanz ging´s dann doch. Allerdings nicht ohne teils fast perverse Auflagen: Unterer wurde eine Genehmigung in Aussicht gestellt, falls er es schafft, dem Naturschutz angrenzend an die Söller Wiesn die 1,5-fache Fläche zur Verfügung zu stellen. Also etwa 15.000 m2. Das hat Unterer geschafft. Dann gab es noch eine weitere Bedingung: Er müsse das Gelände gemäß den Vorgaben herrichten: Teiche anlegen, Bäume und Sträucher pflanzen – und zwar genau so, wie es die Behörde für richtig hält. Auch das hat Unterer gemacht. Kosten: Etwa 150.000,- EURO.

Und dann solle er noch das „bio-logisch wertvolle Material" seiner restlichen noch nicht überschütteten 7.000 m2 einsammeln und am neuen Teilstück wieder ausschütten. Auch das hat er gemacht. Die Gemeinde hatte auch Wünsche: Die von Unterer 2005 gekauften 11.000 m2 müssen zu denselben Konditionen wieder an die Gemeinde zurückverkauft werden (damit diese Flächen für weitere Betriebe hat), ansonsten sei keine Zustimmung zu erwarten. Auch dem stimmt der Unternehmer offenbar zu.

Darüber hinaus wurde ein Verkehrsgutachten erstellt: Das Ergebnis besagt, durch den Ausbau käme es zu keinen nennenswerten Verkehrs-Steigerungen auf der B171. Die Verkehrseinbindung dürfe aber nicht über eine öffentliche, zweite Zufahrtsstraße laufen, sondern dürfe ausschließlich über Unterers Firmenzufahrt gehen. Auch dem wird entsprochen. Das Kamel passt also doch durch das Nadelöhr. Auch wenn es der Firma Unterer wohl kaum jemand zugetraut hätte, dass hier wirklich alle Auflagen erfüllt werden...

Gemeinderat 13:2 dafür

Anfang Juni hätte der Gemeinderat nun über die Sache abstimmen sollen. Der Punkt wurde jedoch wieder von der Tagesordnung genommen. Auf Wunsch von der Wirtschaftsliste, damit noch restliche Details geklärt werden können. Bgm. Anton Hoflacher unterstützt das Projekt: „Die Firma hat hier enorme Auflagen erfüllt, die im Endeffekt auch dem Naturschutz zu Gute kommen. Außerdem erhält die Gemeinde ihre 11.000 m2 Wirtschafts-Flächen zurück und hat damit nun wieder Reserven für neue Betriebe."

Bürger können Einspruch erheben

Vize-Bgm. Michael Dessl von der Bürgerlichen Kundler Liste (BKL): „Auf einem Naturschutzgebiet einen LKW-Parkplatz zu errichten entspricht nicht den Alpenkonventionen. Trotzdem hat der Gemeinderat mit 13 zu 2 dafür (und damit gegen uns) gestimmt. Jetzt ist aber erst Halbzeit. Die Bevölkerung hat nun vier Wochen Zeit um Einspruch zu erheben. Danach wird das Thema nochmal im Gemeinderat behandelt. Wir gehen aber davon aus, dass die Raumordnungsbehörde nicht zustimmen wird, weil sie die Söller Wiesen selbst erst 2005 zum Naturschutzgebiet erklärten", ärgert sich Dessl. Er betont: „Nicht nur die BKL ist dagegen, auch die Alpenkonvention und die Raumplaner geben uns recht. Und das lässt sich trotz Gemeinderats-Beschluss nicht abstreiten". Er sieht auch eine Ungleichbehandlung gegenüber zahlreichen Landwirten.

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